Google-Ads-Audit: Woran erkennt man, dass ein Konto Geld verschwendet?

Kilian Müller
Kilian MüllerInhaber von 1hold.de · Google PartnerAktualisiert am
Wenn Marketing komplex wirdGoogle-zertifizierter Spezialist

Ein Google-Ads-Konto verschwendet Geld, wenn Budget in Suchbegriffe, Orte, Zeiten oder Platzierungen fließt, die nie zu Anfragen führen, oder wenn Conversions falsch gezählt werden und automatische Gebote deshalb falsch lernen. Ein Audit findet diese Stellen systematisch. Vieles davon können Sie in einer Stunde selbst prüfen.

Die zehn häufigsten Streuverluste

  1. Irrelevante Suchbegriffe: Im Suchbegriffbericht stehen Anfragen, die nichts mit Ihrer Leistung zu tun haben, etwa „kostenlos“, „Job“ oder „selber machen“.
  2. Fehlende ausschließende Keywords: Es gibt keine gepflegte Liste.
  3. Falsche Standortoption: Anzeigen erscheinen auch für Menschen, die sich nur für Ihre Region „interessieren“, aber woanders sind.
  4. Doppelte Conversions: Eine Anfrage wird zweimal gezählt, etwa über GA4-Import und Google-Ads-Tag.
  5. Unwichtige Conversions als Ziel: Seitenaufrufe oder Scrolltiefe zählen als Erfolg.
  6. Displaynetzwerk in Suchkampagnen: Die Option ist aktiv und verbraucht Budget auf Websites und Apps.
  7. Automatisch angewendete Empfehlungen: Google ändert Keywords und Gebote ohne Prüfung.
  8. Performance Max ohne Kontrolle: Budget fließt in Kanäle und Platzierungen, die Sie nicht sehen wollen.
  9. Zielseite passt nicht: Anzeigen führen auf die Startseite statt auf die passende Leistungsseite.
  10. Keine Zeitplanung: Anzeigen laufen nachts für Leistungen, bei denen nur tagsüber angerufen wird.

So prüfen Sie selbst in einer Stunde

  • Suchbegriffbericht der letzten 90 Tage nach Kosten sortieren und die teuersten Begriffe ohne Conversion ansehen.
  • Unter Ziele prüfen, welche Conversion-Aktionen als primär markiert sind.
  • In den Kampagneneinstellungen Standortoption und Netzwerke kontrollieren.
  • Den Änderungsverlauf auf automatisch angewendete Empfehlungen durchsehen.
  • Gemeldete Conversions mit den echten Anfragen im selben Zeitraum vergleichen.

Was ein externes Audit zusätzlich bringt

Ein externer Blick prüft auch Kontostruktur, Gebotsstrategien, Anzeigenqualität, Zielseiten, Tracking bis ins CRM und den Vergleich mit Wettbewerbern. Und er bewertet Prioritäten: Welche drei Änderungen bringen in den nächsten 30 Tagen am meisten?

Passend dazu: Brand Bidding: Was tun, wenn die Konkurrenz auf Ihren Markennamen bietet? und Agentur wechseln: Wem gehören Ads-, Analytics- und Tag-Manager-Konto?

Häufige Fragen

Welchen Zugriff braucht eine Agentur für ein Google-Ads-Audit?

Für die Prüfung reicht in der Regel ein Zugriff mit der Zugriffsebene „Nur Lesen“. Damit sieht die Agentur Kampagnen, Einstellungen und Berichte, kann aber nichts verändern. Den Zugriff vergeben Sie selbst in Google Ads unter Zugriff und Sicherheit und können ihn nach dem Audit wieder entfernen.

Ist der Optimierungsfaktor in Google Ads ein guter Maßstab für die Kontoqualität?

Nur bedingt. Der Optimierungsfaktor zeigt, wie viele Empfehlungen von Google umgesetzt wurden, nicht, ob das Konto profitabel arbeitet. Manche Empfehlungen erhöhen vor allem Reichweite und Ausgaben, deshalb sollten Sie jede einzeln prüfen, statt nur den Wert zu steigern.

Wie oft sollte man ein Google-Ads-Konto prüfen?

Suchbegriffe und Kosten pro Anfrage sollten Sie bei aktiven Konten laufend im Blick behalten, etwa wöchentlich oder monatlich. Ein umfassendes Audit mit Struktur, Tracking und Gebotsstrategien ist einmal im Jahr sinnvoll sowie nach größeren Änderungen wie einem Relaunch, neuen Kampagnentypen oder einem Wechsel der Betreuung.

Wann Sie das abgeben sollten

  • Die Kosten pro Anfrage steigen seit Monaten.
  • Sie haben das Konto von einer anderen Agentur übernommen.
  • Die gemeldeten Conversions passen nicht zu den echten Anfragen.
  • Sie geben über 1.000 Euro im Monat aus und haben das Konto noch nie extern prüfen lassen.

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