Die Customer Acquisition Cost, kurz CAC, sind alle Kosten für Marketing und Vertrieb in einem Zeitraum, geteilt durch die Zahl der neu gewonnenen Kunden in diesem Zeitraum. Viele Unternehmen rechnen nur die Werbekosten ein und unterschätzen ihre CAC damit deutlich. Aussagekräftig wird die Zahl erst im Vergleich mit dem Wert, den ein Kunde über die Zeit bringt.
CAC = (Marketingkosten + Vertriebskosten) ÷ Anzahl Neukunden
In die Kosten gehören:
Nicht hinein gehören Kosten für Bestandskunden, etwa Kundenservice oder Upselling-Kampagnen.
Ein Dienstleister gibt im Quartal 9.000 Euro für Google Ads aus, 4.500 Euro für eine Agentur und 1.500 Euro für Tools. Die anteiligen Vertriebskosten liegen bei 15.000 Euro. Gewonnen werden 20 Neukunden.
CAC = (9.000 + 4.500 + 1.500 + 15.000) ÷ 20 = 1.500 Euro pro Neukunde.
Hätte das Unternehmen nur die Werbekosten gerechnet, käme es auf 450 Euro. Die Entscheidung, ob sich ein Kanal lohnt, fiele mit dieser Zahl völlig anders aus.
Das hängt vom Kundenwert ab, dem Customer Lifetime Value (CLV): Deckungsbeitrag pro Kunde über die gesamte Kundenbeziehung. Eine häufig genutzte Faustregel lautet, dass der CLV mindestens dreimal so hoch sein sollte wie die CAC. Bringt ein Kunde im Beispiel über drei Jahre 6.000 Euro Deckungsbeitrag, liegt das Verhältnis bei 4 zu 1. Das ist gesund und spricht dafür, mehr in die Kundengewinnung zu investieren.
Rechnen Sie die CAC deshalb zuerst gesamt und erst danach pro Kanal. Die Gesamtzahl ist robust, die Aufteilung auf Kanäle immer eine Schätzung.
Passend dazu: Marketing-Budget: Wie viel Prozent vom Umsatz sind sinnvoll? und Marketing-Dashboard: Welche Kennzahlen braucht die Geschäftsführung?
Der CPA (Cost per Acquisition) misst, was eine Conversion in einem Werbekanal kostet, etwa eine Anfrage oder einen Kauf über Google Ads. Die CAC rechnen dagegen alle Marketing- und Vertriebskosten auf tatsächlich gewonnene Neukunden um. Der CPA eignet sich zur Steuerung einzelner Kampagnen, die CAC zur Bewertung, ob sich Kundengewinnung insgesamt rechnet.
Die größten Hebel liegen meist in der Abschlussquote: Wenn der Vertrieb mehr Anfragen in Aufträge verwandelt, sinken die CAC, ohne dass Werbebudget gekürzt wird. Daneben helfen eine bessere Zielseite, das Abschalten von Kampagnen ohne echte Aufträge und eine Gebotssteuerung, die auf Aufträge statt auf bloße Anfragen optimiert. Auch Empfehlungen und Inhalte, die organisch gefunden werden, bringen Kunden mit geringeren Kosten.
Die CAC Payback Period gibt an, wie viele Monate es dauert, bis der Deckungsbeitrag eines Neukunden seine Gewinnungskosten wieder eingespielt hat. Sie berechnen sie, indem Sie die CAC durch den monatlichen Deckungsbeitrag pro Kunde teilen. Die Kennzahl ist vor allem für die Liquidität wichtig: Je länger die Amortisation dauert, desto mehr Kapital bindet jedes Wachstum.
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