First-Party-Daten: Was bleibt vom Tracking, wenn Cookies wegfallen?

Kilian Müller
Kilian MüllerInhaber von 1hold.de · Google PartnerAktualisiert am
Wenn Marketing komplex wirdGoogle-zertifizierter Spezialist

First-Party-Daten sind Daten, die Ihr Unternehmen selbst und direkt von Kunden erhebt: Anfragen, Bestellungen, Newsletter-Anmeldungen, Daten aus dem CRM und das Verhalten auf Ihrer eigenen Website. Weil Browser, Betriebssysteme und Einwilligungsbanner das Tracking über Drittanbieter-Cookies immer weiter einschränken, werden diese eigenen Daten zur wichtigsten Grundlage für Werbung und Analyse.

Warum klassisches Tracking Lücken hat

  • Viele Besucher lehnen im Consent-Banner Marketing-Cookies ab.
  • Browser wie Safari und Firefox begrenzen Cookies von fremden Domains stark.
  • Werbeblocker unterdrücken Tracking-Skripte.
  • Kunden wechseln zwischen Handy, Laptop und Telefon.

Das Ergebnis: Google Ads, Meta und Analytics sehen einen Teil der Conversions nicht. Automatische Gebote lernen mit unvollständigen Daten und werden schlechter.

Welche First-Party-Daten Sie nutzen können

  1. Conversions aus dem CRM: Welche Anfrage wurde zum Auftrag, mit welchem Wert?
  2. Kundenlisten: E-Mail-Adressen von Bestandskunden, gehasht hochgeladen, etwa um sie aus Neukundenkampagnen auszuschließen.
  3. Formulardaten: für erweiterte Conversions in Google Ads.
  4. Website-Daten auf eigener Domain: zum Beispiel über serverseitiges Tagging mit eigener Subdomain.

Was rechtlich gilt

Auch eigene Daten dürfen nur mit Rechtsgrundlage genutzt werden. Für Werbezwecke ist das in der Regel die Einwilligung. Kundenlisten dürfen nur hochgeladen werden, wenn die Datenschutzerklärung das abdeckt und die Kunden entsprechend informiert sind. Eigene Daten machen das Tracking robuster, aber nicht einwilligungsfrei. Im Zweifel holen Sie datenschutzrechtlichen Rat ein.

So fangen Sie an

  1. Prüfen, welche Daten im CRM liegen und ob sie mit der Herkunft der Anfrage verknüpft sind.
  2. Formulare so bauen, dass die Herkunft, etwa die Google-Klick-ID, mitgespeichert wird.
  3. Erweiterte Conversions in Google Ads einrichten.
  4. Aufträge regelmäßig aus dem CRM an Google Ads zurückgeben.
  5. Consent-Banner und Datenschutzerklärung an die Nutzung anpassen.

Passend dazu: Enhanced Conversions: Wann lohnen sie sich, und was braucht es dafür? und Tracking-Audit: Wie oft sollte man Analytics und Tag Manager prüfen lassen?

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen First-Party-, Second-Party- und Third-Party-Daten?

First-Party-Daten erheben Sie selbst direkt bei Ihren Kunden und Besuchern. Second-Party-Daten sind First-Party-Daten eines Partners, die er Ihnen auf Basis einer Vereinbarung zur Verfügung stellt. Third-Party-Daten stammen von Anbietern, die Daten aus vielen fremden Quellen sammeln und weiterverkaufen, oft über Drittanbieter-Cookies.

Ersetzt der Consent Mode die Nutzung von First-Party-Daten?

Nein, beides ergänzt sich. Der Consent Mode sorgt dafür, dass Google-Tags die Einwilligung respektieren, und schätzt fehlende Conversions von Nutzern ohne Einwilligung per Modellierung. First-Party-Daten wie Formular- oder CRM-Daten liefern dagegen echte, gemessene Ergebnisse und verbessern so die Grundlage, auf der automatische Gebote lernen.

Brauche ich für First-Party-Daten serverseitiges Tracking?

Nicht zwingend. Erweiterte Conversions und der Import von CRM-Daten funktionieren auch ohne eigenen Tagging-Server. Serverseitiges Tagging lohnt sich vor allem, wenn Sie mehr Kontrolle darüber wollen, welche Daten an welche Werbesysteme gehen, und die Messung auf Ihrer eigenen Domain bündeln möchten.

Wann Sie das abgeben sollten

  • Ihre Werbesysteme melden deutlich weniger Anfragen, als tatsächlich eingehen.
  • CRM und Werbekonten sind nicht verbunden.
  • Sie sind unsicher, welche Daten Sie wie nutzen dürfen.

Wir verbinden Werbekonten, Analytics und CRM mit sauberem Consent. Mehr unter Strategie & Analyse oder im kostenlosen Erstgespräch.

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