Enhanced Conversions: Wann lohnen sie sich, und was braucht es dafür?

Kilian Müller
Kilian MüllerInhaber von 1hold.de · Google PartnerAktualisiert am
Wenn Marketing komplex wirdGoogle-zertifizierter Spezialist

Enhanced Conversions, auf Deutsch erweiterte Conversions, ergänzen das normale Conversion-Tracking von Google Ads um verschlüsselte Kundendaten wie die E-Mail-Adresse aus einem Formular. Google kann Conversions so auch dann zuordnen, wenn Cookies fehlen. Sie lohnen sich, sobald Google Ads ein relevanter Kanal ist und Sie mit automatischen Geboten arbeiten, denn bessere Daten führen zu besseren Geboten.

Wie Enhanced Conversions funktionieren

Schickt ein Besucher ein Formular ab oder kauft, werden Angaben wie E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder Name mit dem Verfahren SHA-256 gehasht, also in eine nicht lesbare Zeichenfolge umgewandelt, und an Google übertragen. Google gleicht diese Zeichenfolge mit angemeldeten Google-Konten ab und kann so den Klick auf die Anzeige der Conversion zuordnen. Die Klardaten verlassen Ihre Website nicht.

Zwei Varianten

  • Enhanced Conversions für Web: Die Conversion passiert auf der Website, etwa ein Kauf oder eine Anfrage. Die Daten werden beim Absenden übertragen.
  • Enhanced Conversions für Leads: Die Anfrage kommt über die Website, der Auftrag entsteht später im Vertrieb. Sie laden die abgeschlossenen Aufträge aus dem CRM hoch, und Google ordnet sie über die gehashten Daten dem ursprünglichen Klick zu.

Was Sie dafür brauchen

  1. Ein funktionierendes Conversion-Tracking über Google Tag Manager oder das Google-Tag.
  2. Formulare, die E-Mail-Adresse oder Telefonnummer abfragen.
  3. Die Annahme der Bedingungen für Kundendaten im Google-Ads-Konto.
  4. Eine Grundlage im Consent: Die Übertragung darf nur mit Einwilligung des Nutzers erfolgen und muss in der Datenschutzerklärung beschrieben sein.
  5. Für die Lead-Variante: einen regelmäßigen Export aus dem CRM oder eine Schnittstelle.

Für wen es sich lohnt

Besonders bei Konten mit nennenswertem Budget und automatischen Gebotsstrategien wie Conversions maximieren oder Ziel-CPA. Je mehr Conversions Google zuordnen kann, desto besser lernt das System. Bei sehr kleinen Konten mit wenigen Anfragen im Monat ist der Effekt geringer, der Aufwand bleibt aber gleich.

Typische Fehler bei der Einrichtung

  • Daten werden ohne Einwilligung übertragen.
  • Felder werden falsch ausgelesen, etwa leere Werte oder die falsche E-Mail-Adresse.
  • Die Diagnose in Google Ads wird nach der Einrichtung nie geprüft.
  • Bei der Lead-Variante wird der Upload nach ein paar Wochen vergessen.

Passend dazu: Offline-Conversions: Wie kommen Abschlüsse aus dem CRM zurück in Google Ads? und First-Party-Daten: Was bleibt vom Tracking, wenn Cookies wegfallen?

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Enhanced Conversions für Leads und dem Offline-Conversion-Import per GCLID?

Beim klassischen Offline-Import speichern Sie die Klick-ID von Google (GCLID) zusammen mit der Anfrage und laden sie später mit dem Auftrag hoch. Bei Enhanced Conversions für Leads erfolgt die Zuordnung über gehashte Daten wie E-Mail-Adresse oder Telefonnummer, Sie müssen die Klick-ID also nicht mitführen. Das ist robuster, wenn die GCLID im Formular oder CRM verloren geht.

Was passiert mit Enhanced Conversions, wenn ein Nutzer den Cookie-Banner ablehnt?

Dann dürfen keine Kundendaten an Google übertragen werden. Im Consent Mode steuert dafür vor allem der Parameter ad_user_data, ob Nutzerdaten für Werbezwecke gesendet werden. Ist Ihr Banner richtig angebunden, werden die gehashten Daten bei abgelehnter Einwilligung automatisch nicht mitgeschickt.

Wie prüfe ich, ob Enhanced Conversions richtig funktionieren?

In Google Ads finden Sie bei der jeweiligen Conversion-Aktion eine Diagnose, die zeigt, ob gehashte Daten ankommen und wie gut sie zugeordnet werden. Die Werte erscheinen erst einige Tage nach der Einrichtung. Zusätzlich können Sie mit dem Google Tag Assistant bei einer Testanfrage sehen, ob die Nutzerdaten im Conversion-Aufruf enthalten sind.

Wann Sie das abgeben sollten

  • Ihr Tag Manager ist über die Jahre gewachsen, und niemand weiß genau, was er misst.
  • Sie wollen Aufträge aus dem CRM an Google Ads zurückgeben.
  • Sie sind unsicher, wie die Einrichtung mit Ihrem Consent-Banner zusammenpasst.

Wir richten Enhanced Conversions mit sauberem Consent ein und prüfen die Datenqualität. Mehr zur Google-Ads-Betreuung oder direkt im kostenlosen Erstgespräch.

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